Erfolgstrainer Hans Meyer

„Einen Trainer, der schon unzählige Erfolge zu verzeichnen hatte. Einen Trainer, der mit seinen bissigen Kommentaren, seinem ironischen Bemerkungen und seinen wortgewandten Sprachwitzen immer wieder die öffentlichen Gemüter erregte. Einen Trainer, der neben den sportlichen Leistungen auch die menschlichen Qualitäten aus den Spielern herausholt.“ Würde man nach solch einer „Trainer-Legende per Zeitungsannonce Ausschau halten, gäbe es mit Sicherheit eine ganze Reihe von Trittbrettfahrer, die sich diese Fähigkeiten zu eigen machen würden.
Echte Kenner der Fußball-Szene wissen aber längst, dass das Stichwort zu demjenigen, der all diese Eigenschaften vereint, nur Hans Meyer sein kann.
In Fankreisen heißt der am 3 November 1942 im ostdeutschen Briesen geborene Hans Meyer ohnehin nur noch „Unser Hans“. Doch woher kommt der Status dieses Kultmannes aus dem Osten? Wie ist das Phänomen Hans Meyer nur zu erklären?
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Ossi Witze gibt es hier.
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Spieler mit Ambitionen

 1956-1963: SC Motor Dietlas & Motor Suhl
 1963-1970: SC Motor Jena/Carl Zeiss Jena

Die Karriere von Hans Meyer beginnt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Als Hans Meyer 1956 dem kleinen Verein Motor Dietlas in der Vorderrhön beitrat, ahnte er wohl selbst noch nicht, dass das Fußballgeschäft die nächsten 50 Jahre seines Lebens bestimmen sollte.
„Meyer war technisch versiert; taktisch durchaus brauchbar und verfügte über Fußballverstand. Nur: Er war ein bisschen langsam.“ Selbst im Nachhinein noch, weit nach dem Niedergang der DDR findet die mittlerweile verstorbene DDR-Trainerlegende Georg Buschner lobende Worte für den Fußballer Hans Meyer.
Die Chancen eine passable Fußballkarriere hinzulegen waren also gegeben, als Jungspund Meyer mit Anfang 20 aufgrund seines Sport- & Geschichtsstudiums nach Jena wechselte. Die Stadt Jena boomte. Riesige Plattenbaugebiete entstanden. Arbeitskräfte werden in den Sechsziger und Siebzigern gezielt nach Jena geholt, um den ostdeutschen Traum einer sozialistischen Großstadt zu verwirklichen.
Und von den hervorragenden ökonomischen Bedingungen oder genauer gesagt den Zeiss-Werken profitiert auch der Club.

Erfolg schon als Spieler

 1968+1970: DDR-Meister (Carl Zeiss Jena)

Dennoch trat Hans Meyer damals nie explizit aus seinem Schatten als Verteidiger hervor. Mit gerade einmal 30 Einsätzen in der DDR-Oberliga verteilt über 6 Jahre überließ er dem Jenaer Stürmer-Star Peter Ducke das Feld. Ganz ohne nennenswerte Erfolge ließ Hans Meyer aber natürlich nicht seine Spielerzeit hinter sich. 1968 und 1970 wurde er mit Carl Zeiss Jena zweimal DDR-Meister.

Trainer wider Willen

 1970-1971: Carl Zeiss Jena (Co-Trainer)
 1971-1983: Carl Zeiss Jena
 1984-1987: Rot-Weiß Erfurt
 1988-1993: Chemnitzer FC
 1993-1994: Carl Zeiss Jena
 1995: 1 FC Union Berlin
 1996-1999: FC Twente Enschede
 1999-2003: Borussia Mönchengladbach
 2004: Hertha BSC Berlin
 2005-2008: FCN

Die eigentlichen Sensationen sollten aber erst noch kommen. 1971 sollte Hans Meyer als einer der damals jüngsten seinen Trainer Georg Buschner beerben. Zu dessen Unmut. Denn nur widerwillig gab Buschner in der Hoffnung Hans Meyer würde scheitern und er könnte als großer Retter zurückkehren sein Traineramt auf und kümmerte sich fortan um die Nationalmannschaft. Doch mit einer Buschner’s Hinterlassenschaft konnte Meyer gar nicht scheitern. Eine Mannschaft mit 11 Jenaern, die filigranen Fußball spielte und vor allen Dingen durch ihre überragende Athletik bestach, war einfach zum Siegen verurteilt.

Trainer’s Zauberstab

 1972, 1974+1980: FDGB-Pokalsieger (Carl Zeiss Jena)
 1981: Finalist Europapokal der Pokalsieger (1:2 mit Carl Zeiss Jena gegen Dinamo Tiflis)
 2001: Bundesliga-Aufstieg+ Halbfinalist DFB-Pokal (Borussia Mönchengladbach)
 2004: Klassenerhalt Hertha BSC Berlin
 2007: DFB-Pokalsieger (1.FCN)

„Es gibt nicht viele Trainer, die aus Scheiße Butter machen können!“ hat der Hans einmal gesagt. Doch Experten und Fans sind sich gleichermaßen einig: Er selbst gehört auf jeden Fall zu solchen Zauberkünstlern. Obwohl für viele (westdeutsche) Journalisten und Medienvertreter Meyer’s Biografie erst mit seinem Wechsel in die Bundesliga 1999 beginnt, hat Meyer seine meisten Titel „drüben“ geholt. Mit dem Carl Zeiss Jena wurde er insgesamt dreimal FDGB-Pokalsieger und scheiterte im Europapokal auch nur knapp im Düsseldorfer Rheinstadion mit 1:2 gegen Dinamo Tiflis.
Doch auch die Bundesliga blieb von seinen Wundertaten nicht verschont. Den Tabellenletzten der Zweiten Bundesliga; Borussia Mönchengladbach führte Hans Meyer innerhalb von zwei Jahren 2001 in die erste Liga zurück. Mit einem ansehnlichen 12 Tabellenplatz in der Bundesliga sicherte er den Klassenerhalt und bewahrte Hertha vor dem Abstieg.
Seine größte „Heldentat“ aber hat er zuletzt 2007 in Nürnberg vollbracht. Ganz Nürnberg lag im zu Füßen, als er dem Traditionsverein 1 FCN nach 45 Jahren wieder den DFB-Pokalfinaltitel bescherte. Sogar von einem Denkmal aufgrund dieses historischen Sieges war schon die Rede. Hans Meyer antwortete darauf nur trocken: „Ich habe schon davon gehört. Das Denkmal sollte aber hoch genug stehen, damit nicht nach 4 oder 5 Spieltagen ein Hund daran pinkelt!“
Bei all der Aufregung um den DFB Pokaltitel könnte man glatt vergessen, dass er den FCN außerdem als Bundesliga Tabellenletzten zu Beginn seiner Amtszeit innerhalb kürzester Zeit auf einen Platz 8 der Bundesliga geführt hatte.

Hans Meyer persönlich

„Menschlich ist Meyer überragend!“ Das konstatieren nicht nur seine mittlerweile große Fangemeinde, sondern auch ehemalige Spieler, darunter auch der Ex-Torwart von Borussia Mönchengladbach Jörg Stiel. Es ist mehr als nur ein gutes Auge dafür wie ein Spieler mit seinen fußballerischen Talenten ins Mannschafts-Gefüge passt. Auch die persönliche Aufbauarbeit und Charakterformung des Spielers kommt bei Hans Meyer nicht zu kurz. Der Ex-Erfurter Uwe Weidmann berichtet fasziniert: “Ich neigte als junger Spieler dazu, meine Prämien zu verprassen. Da befahl mir Hans Meyer, ein Sparbuch anzulegen, von dem ich immer nur einen kleinen Teil abheben durfte. Ich musste ihm das Sparbuch monatlich zeigen”.
Mit der Presse hingegen hatte der Hans immer so seine Schwierigkeiten. Oft kritisierte er den Mediendruck im Bundesligageschäft und die verzerrte Darstellung der Leistungswirklichkeit in der Bundesliga trotz der besseren Rahmenbedingungen gegenüber der DDR-Liga. Aufgrund seinen gravierenden Meinungsverschiedenheiten mit der Presse hat er 2003 auch freiwillig als Trainer bei Borussia Mönchengladbach den Hut gezogen.

Nichts desto trotz hat sich Hans Meyer mit seinen humorvollen Auftritten, seinem klaren Fußballverstand, seinen großen „Heldentaten“ und seiner vertrauenserweckenden Art bei den Spielern längst selbst ein Denkmal gesetz

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